Funktionskieferorthopädie mit dem Aktivator Quelle: intern

Aktivator-Therapie: Kieferwachstum gezielt fördern

05. März 2025

Was ist die Aktivator-Therapie und wie funktioniert sie?

Die Aktivator-Therapie ist eine kieferorthopädische Methode, die das natürliche Kieferwachstum nutzt, um Fehlstellungen sanft zu korrigieren. Sie wird meist bei Kindern eingesetzt, deren Kiefer sich noch im Wachstum befindet. Durch den Einsatz eines speziellen kieferorthopädischen Geräts – dem Aktivator – wird das Wachstum des Ober- und Unterkiefers gezielt beeinflusst, sodass eine harmonische Entwicklung des Gebisses gefördert wird.

Der Aktivator ist eine herausnehmbare Zahnspange, die nicht nur die Zahnstellung beeinflusst, sondern auch die Muskulatur von Kiefer und Gesicht trainiert. Er wird meist nachts und für mehrere Stunden am Tag getragen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Da die Behandlung das natürliche Wachstum nutzt, ist sie besonders sanft und erfordert keine aufwendigen mechanischen Krafteinwirkungen wie bei festen Zahnspangen. Neben der reinen Zahnkorrektur kann der Aktivator auch dabei helfen, ungünstige Angewohnheiten wie falsche Zungenposition oder Mundatmung zu korrigieren, die langfristig zu weiteren Fehlstellungen führen könnten.

 

Wann ist eine Aktivator-Therapie sinnvoll?

Die Aktivator-Therapie wird häufig bei Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren angewendet, da in diesem Zeitraum das Kieferwachstum noch gut steuerbar ist. Sie eignet sich besonders für die Behandlung von Fehlstellungen wie Rückbissen oder Unterkieferrücklagen. Wenn ein Kind beispielsweise einen zu weit zurückliegenden Unterkiefer hat, kann der Aktivator helfen, diesen nach vorne zu bewegen, indem er die körpereigene Wachstumsdynamik nutzt.

Ein großer Vorteil der frühen Behandlung ist, dass schwerwiegende Kieferfehlstellungen im späteren Alter vermieden werden können. Durch die gezielte Steuerung des Wachstums kann in vielen Fällen eine spätere Behandlung mit einer festen Zahnspange oder sogar eine kieferchirurgische Korrektur vermieden werden. Zudem fördert die Aktivator-Therapie eine natürliche Bisslage und kann langfristig auch Beschwerden im Kiefergelenk vorbeugen. Eine frühzeitige Korrektur trägt außerdem dazu bei, die Kau- und Sprachfunktionen zu verbessern, sodass Kinder beim Essen und Sprechen keine Einschränkungen erleben. Eltern sollten daher frühzeitig einen Kieferorthopäden konsultieren, wenn sie eine Fehlstellung vermuten.

 

Vorteile der Aktivator-Therapie

Die Aktivator-Therapie bietet zahlreiche Vorteile für Kinder mit kieferorthopädischen Problemen. Da sie auf die natürliche Wachstumsphase setzt, ist sie besonders schonend und verursacht weniger Druck oder Schmerzen als andere kieferorthopädische Maßnahmen. Der Aktivator ermöglicht eine ganzheitliche Behandlung, die nicht nur die Zähne bewegt, sondern auch die Kiefer- und Gesichtsmuskulatur stärkt. Dies trägt zu einer verbesserten Mund- und Kieferfunktion bei, was sich auch positiv auf die Sprachentwicklung und die Atmung auswirken kann.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Flexibilität des Geräts. Da der Aktivator herausnehmbar ist, kann das Kind ihn beim Essen und Zähneputzen ablegen, was die Mundhygiene erheblich erleichtert. Dies minimiert das Risiko für Karies oder Zahnfleischentzündungen, die bei festen Zahnspangen häufiger auftreten können. Gleichzeitig erfordert die Behandlung eine gewisse Disziplin, da der Aktivator regelmäßig getragen werden muss, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Damit die Therapie erfolgreich verläuft, sollten Eltern ihre Kinder dabei unterstützen, die empfohlene Tragedauer einzuhalten und regelmäßige Kontrolltermine beim Kieferorthopäden wahrzunehmen.

 

 Ablauf der Behandlung mit einem Aktivator

Die Behandlung mit einem Aktivator beginnt mit einer detaillierten Untersuchung durch den Kieferorthopäden. Zunächst wird ein Abdruck oder ein digitaler Scan der Zähne angefertigt, um eine passgenaue Zahnspange herzustellen. Sobald der Aktivator angefertigt ist, wird er individuell angepasst, sodass er optimal im Mund sitzt. Der Kieferorthopäde gibt zudem Anweisungen zur korrekten Nutzung, da der Erfolg der Therapie maßgeblich davon abhängt, dass der Aktivator regelmäßig getragen wird.

Während der Behandlung gibt es regelmäßige Kontrolltermine, um den Fortschritt zu überwachen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Eltern sollten darauf achten, dass ihr Kind den Aktivator konsequent trägt, damit die gewünschten Ergebnisse erzielt werden können. Die Behandlungsdauer variiert je nach Ausgangssituation, beträgt jedoch meist ein bis zwei Jahre. Während dieser Zeit passt sich der Aktivator dem natürlichen Wachstum des Kiefers an und sorgt für eine schrittweise Verbesserung der Bisslage. Kinder können nach kurzer Eingewöhnungszeit meist problemlos mit dem Gerät sprechen und schlafen.

Neben den regelmäßigen Kontrollterminen beim Kieferorthopäden sollten Eltern darauf achten, dass der Aktivator täglich gereinigt wird. Da er herausnehmbar ist, kann sich leichter Belag darauf ablagern, was langfristig zu Mundgeruch oder Entzündungen führen kann. Mit einer speziellen Reinigungslösung oder durch gründliches Abspülen mit Wasser lässt sich der Aktivator sauber halten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen. In manchen Fällen wird die Aktivator-Therapie durch logopädische Übungen ergänzt, um die Mundmuskulatur weiter zu stärken. Falls das Kind unter einer falschen Zungenhaltung oder Mundatmung leidet, können gezielte Übungen helfen, die gewünschten Fortschritte zu beschleunigen.

 

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