Intraoralscan der Zähne statt Abdruck Quelle: intern

Digitaler Abdruck statt herkömmlicher Abdrücke beim Kieferorthopäden

13. Februar 2025

 

Die Kieferorthopädie hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt, insbesondere im Bereich der Diagnostik und der Abdrucknahme. Während früher herkömmliche Abdrücke mit Abdruckmassen Standard waren, setzen heute immer mehr Kieferorthopäden auf digitale Verfahren. Der digitale Abdruck revolutioniert die Zahnmedizin durch höhere Präzision, mehr Komfort für Patienten und eine schnellere Verarbeitung der Daten. Doch was genau ist ein digitaler Abdruck und warum lohnt sich diese moderne Methode im Vergleich zu traditionellen Verfahren?

 

Was ist ein digitaler Abdruck?

Beim digitalen Abdruck wird anstelle der klassischen Silikon- oder Alginatmasse ein intraoraler Scanner verwendet, der eine hochauflösende, dreidimensionale Aufnahme der Zahnreihen erstellt. Dabei fährt der Scanner berührungslos über die Zähne und erfasst dabei kleinste Details. Das Ergebnis ist eine exakte digitale Kopie des Gebisses, die sofort auf einem Bildschirm dargestellt werden kann.

Diese Technologie ermöglicht es, in wenigen Minuten ein präzises Modell der Zähne zu erstellen, das als Grundlage für kieferorthopädische Behandlungen dient. Der gesamte Vorgang ist für den Patienten angenehm, da kein unangenehmes Abdruckmaterial im Mund aushärten muss, was oft einen Würgereiz oder Unwohlsein verursacht.

 

Vorteile des digitalen Abdrucks im Vergleich zur herkömmlichen Methode

Ein entscheidender Vorteil des digitalen Abdrucks ist die hohe Präzision. Klassische Abdrücke sind fehleranfällig – Luftblasen, Verformungen oder Ungenauigkeiten können dazu führen, dass ein Abdruck erneut genommen werden muss. Digitale Scans hingegen liefern millimetergenaue Abbildungen der Zahnstruktur, die ohne Verzerrungen oder Verformungen gespeichert und bearbeitet werden können.

Auch der Patientenkomfort ist ein großer Pluspunkt. Wer bereits eine herkömmliche Abdrucknahme erlebt hat, kennt das unangenehme Gefühl, wenn das kalte Abdruckmaterial im Mund aushärtet. Besonders für Patienten mit empfindlichem Würgereflex kann dies eine Herausforderung sein. Beim digitalen Abdruck entfällt dieses Unbehagen, da der Scan vollkommen berührungslos erfolgt.

Ein weiterer Vorteil ist die Zeitersparnis. Während klassische Abdrücke mehrere Minuten benötigen und oft nachbearbeitet werden müssen, kann der digitale Scan innerhalb weniger Sekunden erfolgen. Die erfassten Daten werden direkt auf den Computer übertragen und können sofort weiterverarbeitet werden, ohne auf die Aushärtung des Materials oder manuelle Nachbesserungen warten zu müssen.

 

Wie funktioniert der digitale Abdruck beim Kieferorthopäden?

Der Prozess beginnt mit der Vorbereitung des Patienten. Vor der Scan-Aufnahme werden die Zähne gründlich gereinigt, um eine klare Darstellung sicherzustellen. Anschließend setzt der Kieferorthopäde einen intraoralen Scanner ein, der das Gebiss aus verschiedenen Winkeln aufnimmt. Die dabei gewonnenen Bilder werden von einer speziellen Software verarbeitet und zu einem präzisen 3D-Modell zusammengesetzt.

Diese digitale Aufnahme kann sofort am Bildschirm analysiert werden. Der Kieferorthopäde erhält eine exakte Darstellung der Zahnstellung, aus der er eine maßgeschneiderte Behandlungsstrategie ableiten kann. Falls Korrekturen an der Scan-Aufnahme nötig sind, können diese direkt am Computer vorgenommen werden – ein Vorteil, den herkömmliche Abdrücke nicht bieten.

 

Anwendungen des digitalen Abdrucks in der Kieferorthopädie

Die digitale Abdrucktechnik wird in vielen Bereichen der modernen Kieferorthopädie eingesetzt. Eine häufige Anwendung ist die Anfertigung von Zahnspangen und Alignern. Da für diese Behandlungen eine exakte Passform entscheidend ist, bietet der digitale Abdruck eine optimale Grundlage für die Herstellung der individuellen Schienen oder Brackets.

Auch für die Planung von Zahnimplantaten oder anderen kieferorthopädischen Eingriffen ist die digitale Erfassung des Gebisses von großer Bedeutung. Der 3D-Scan ermöglicht eine präzisere Positionierung von Implantaten und verbessert die Vorhersagbarkeit der Behandlungsergebnisse. Zudem kann der Zahnarzt oder Kieferorthopäde dem Patienten anhand der digitalen Modelle veranschaulichen, wie sich die Zahnstellung im Laufe der Behandlung verändern wird.

 

Gibt es Nachteile beim digitalen Abdruck?

Obwohl der digitale Abdruck viele Vorteile bietet, gibt es auch einige Punkte, die bedacht werden müssen. Die Anschaffung eines intraoralen Scanners ist mit hohen Kosten verbunden, weshalb nicht alle Zahnarzt- oder Kieferorthopädiepraxen diese Technologie bereits nutzen. Patienten sollten sich vorab erkundigen, ob ihr Kieferorthopäde diese moderne Methode anbietet.

Ein weiterer Punkt ist, dass die Genauigkeit des digitalen Abdrucks von der Erfahrung des Anwenders abhängt. Obwohl moderne Scanner sehr präzise sind, erfordert die Handhabung des Geräts eine gewisse Übung. Ein unerfahrener Anwender kann durch eine falsche Führung des Scanners Verzerrungen im Bild erzeugen.

 

Zukunftsperspektiven der digitalen Abdrucktechnik

Die digitale Zahnmedizin entwickelt sich stetig weiter, und mit ihr auch die Technologie des digitalen Abdrucks. Zukünftig wird diese Methode noch schneller und genauer werden, sodass herkömmliche Abdruckmethoden womöglich komplett ersetzt werden. In Verbindung mit Künstlicher Intelligenz und weiterentwickelten 3D-Druckverfahren könnten die gescannten Modelle sogar direkt zur Herstellung von Zahnersatz oder Schienen verwendet werden, ohne zusätzliche manuelle Arbeitsschritte.

Die Kombination aus digitaler Diagnostik und computergesteuerter Fertigung revolutioniert die Art und Weise, wie Zahnkorrekturen durchgeführt werden. Patienten profitieren von noch kürzeren Behandlungszeiten, exakteren Ergebnissen und einem deutlich angenehmeren Erlebnis beim Zahnarztbesuch.

 

Fazit – Lohnt sich der digitale Abdruck?

Der digitale Abdruck bietet eine moderne, präzise und komfortable Alternative zu herkömmlichen Abdrücken. Er erleichtert nicht nur die Arbeit des Kieferorthopäden, sondern verbessert auch die Erfahrung für den Patienten erheblich. Besonders für Menschen, die sich vor der klassischen Abdrucknahme fürchten oder empfindlich auf Abdruckmassen reagieren, stellt diese Methode eine große Erleichterung dar.

Die Vorteile liegen auf der Hand: höhere Genauigkeit, keine unangenehmen Abformmaterialien, schnellere Verarbeitung und eine direkte digitale Weiterverarbeitung. Während einige Praxen noch auf herkömmliche Methoden setzen, wird der digitale Abdruck in Zukunft eine immer größere Rolle in der Kieferorthopädie spielen. Wer von dieser innovativen Technologie profitieren möchte, sollte bei der Wahl seines Kieferorthopäden gezielt nachfragen, ob diese Methode bereits angeboten wird.