Bleibender Zahn wächst hinter dem Milchzahn: Was sind sogenannte Haifischzähne?
31. Oktober 2026Wer kennt das nicht: Das Kind kommt aufgeregt nach Hause, wackelt am Schneidezahn, und dann entdeckt man dahinter schon den nächsten Zahn, der längst herauswächst. Zwei Zahnreihen gleichzeitig, das sieht auf den ersten Blick ziemlich ungewöhnlich aus. Kein Wunder, dass viele Eltern sofort besorgt nachfragen, ob das normal ist und was jetzt zu tun ist.
Was passiert da eigentlich im Mund?
Normalerweise läuft der Zahnwechsel so ab: Der bleibende Zahn wächst von unten nach oben, drückt dabei auf die Wurzel des Milchzahns und löst sie auf. Die Wurzel schwindet, der Milchzahn lockert sich und fällt irgendwann von selbst heraus. Erst dann kommt der neue Zahn nach.
Bei Haifischzähnen verläuft das anders. Der bleibende Zahn kommt nicht von unten, sondern leicht versetzt, meist etwas weiter hinten im Kiefer. Dadurch baut er kaum Druck auf die Milchzahnwurzel auf, die bleibt stabil, und beide Zähne stehen gleichzeitig nebeneinander. Oder genauer: hintereinander.
Wie häufig ist das bei Kindern?
Dieses Phänomen tritt gar nicht so selten auf. Besonders häufig betrifft es die unteren Frontzähne, also die Schneidezähne im Unterkiefer, und zwar meist im Alter zwischen fünf und sieben Jahren. Manchmal erwischt es auch die oberen Schneidezähne oder andere Zähne, aber das ist seltener. Bei vielen Kindern löst sich das Problem ganz von selbst, sobald der Milchzahn endlich nachgibt.
Wann solltet ihr einen Kieferorthopäden aufsuchen?
Die entscheidende Frage ist: Wackelt der Milchzahn schon? Wenn er deutlich locker ist, kann man abwarten und schauen, ob er in den nächsten Wochen herauskommt. Viele Eltern helfen etwas nach, das kann durchaus sinnvoll sein, wenn der Zahn wirklich nur noch an einem Faden hängt.
Wackelt der Milchzahn aber überhaupt nicht, oder steht der bleibende Zahn schon deutlich schief und der Milchzahn zeigt keinerlei Bewegung nach mehreren Wochen, dann lohnt sich ein Besuch beim Kieferorthopäden. Denn wenn der Platz im Kiefer von vornherein etwas knapp ist, kann ein stehengebliebener Milchzahn die Entwicklung des bleibenden Zahns ungünstig beeinflussen. Das frühzeitig einzuschätzen macht einen echten Unterschied.
Was kann der Kieferorthopäde tun?
In vielen Fällen empfiehlt der Zahnarzt, den Milchzahn zu ziehen, damit der bleibende Zahn Platz bekommt und sich von allein in die richtige Position bewegen kann. Ob das ausreicht oder ob danach weitere Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom einzelnen Kind ab. Manche Kinder brauchen danach nichts weiter. Bei anderen zeigt sich, dass der Kiefer zu eng ist und eine kieferorthopädische Behandlung mit einer herausnehmbaren oder festen Zahnspange langfristig mehr Stabilität bringt.
Haifischzähne sind kein Grund zur Panik, aber ein Anlass zur Aufmerksamkeit
Das ist vielleicht der wichtigste Satz für alle betroffenen Eltern. Haifischzähne bedeuten nicht automatisch, dass etwas grundlegend schiefläuft. Sie zeigen aber, dass der Zahnwechsel gerade nicht ganz reibungslos verläuft, und das verdient einen zweiten Blick. Mit einem Intraoral-Scan lässt sich schnell und ohne Abdrucklöffel einschätzen, wie viel Platz im Kiefer tatsächlich vorhanden ist und ob sich der bleibende Zahn noch gut ausrichten kann. Gerade bei jüngeren Kindern ist das eine angenehme Alternative zum klassischen Abdruck.
Wer außerdem wissen möchte, ob und wann eine kieferorthopädische Behandlung wirklich notwendig wird, findet bei uns alle Informationen rund um Zahnspangen, die bei dieser Entscheidung helfen können.
In unserer Praxis in Schloß Holte-Stukenbrock sehen wir solche Situationen regelmäßig. Das Team von Dr. Barloi Kieferorthopädie MVZ GmbH kennt die Sorgen der Eltern und nimmt sie ernst, ohne sie unnötig zu vergrößern. Kinder sollen sich bei uns wohlfühlen, und Eltern sollen nach dem Gespräch wissen, woran sie sind.
Ihr habt Fragen zu Haifischzähnen oder möchtet einen Beratungstermin vereinbaren? Dann meldet euch bei uns: drbarloi.de