Nasenatmung Mundatmung istockphoto.com | Paolo Cordoni

Zusammenhang zwischen Nasenatmung und Kieferentwicklung: Wie die Atemfunktion die Zahnstellung beeinflusst

20. Januar 2026

Warum die Atmung eine Schlüsselrolle spielt

Die Atmung ist eine grundlegende Körperfunktion, die weit über die Sauerstoffversorgung hinausgeht. Besonders im Kindesalter beeinflusst sie die Entwicklung von Kiefer, Gesicht und Zahnstellung erheblich. Die natürliche und physiologische Form der Atmung erfolgt über die Nase.

Bei dauerhafter Mundatmung verändert sich die Muskelaktivität im Gesichts- und Mundbereich. Diese Veränderungen wirken sich direkt auf das Wachstum des Oberkiefers, die Zungenlage und die Stellung der Zähne aus.

Unterschiede zwischen Nasen- und Mundatmung

Bei Nasenatmung liegt die Zunge entspannt am Gaumen an. Dadurch wird der Oberkiefer gleichmäßig gestützt und kann sich in der Breite normal entwickeln. Lippen und Wangen befinden sich im muskulären Gleichgewicht, was eine harmonische Zahnstellung begünstigt.

Bei Mundatmung hingegen liegt die Zunge häufig tief im Mundraum. Der Oberkiefer erhält weniger Wachstumsimpulse, bleibt schmaler und bietet weniger Platz für die bleibenden Zähne. Dies erhöht das Risiko für Engstände, Kreuzbisse und vorstehende Frontzähne.

Auswirkungen auf Kieferwachstum und Zahnstellung

Kinder mit chronischer Mundatmung zeigen häufiger schmale Zahnbögen, einen hochgewölbten Gaumen und eine ungünstige Bisslage. Auch das Gesichtsprofil kann sich verändern, da das Wachstum nicht gleichmäßig gesteuert wird.

Diese Veränderungen entwickeln sich meist schleichend. Ohne frühzeitige Intervention können sie sich mit zunehmendem Wachstum verfestigen und später nur noch aufwendig korrigiert werden.

Ursachen für Mundatmung im Kindesalter

Mundatmung hat häufig medizinische Ursachen. Vergrößerte Mandeln, Polypen, chronische Nasenverstopfung oder allergische Erkrankungen können die Nasenatmung dauerhaft erschweren.

Wird die Mundatmung nicht erkannt oder behandelt, kann sie sich als Gewohnheit etablieren, selbst wenn die ursprüngliche Ursache bereits behoben ist. Deshalb ist eine frühzeitige Abklärung besonders wichtig.

Kieferorthopädische und interdisziplinäre Ansätze

In der Kieferorthopädie wird die Atmung gezielt in die Diagnostik einbezogen. Neben der Zahnstellung werden Zungenlage, Lippenfunktion und Atemmuster beurteilt.

In der Praxis von Dr. Barloi erfolgt dies häufig interdisziplinär, beispielsweise in Zusammenarbeit mit HNO-Ärzten oder Logopäden. Ziel ist es, die Ursache der Mundatmung zu beheben und die natürliche Nasenatmung wiederherzustellen.

Frühzeitige Maßnahmen zur Wachstumslenkung

Wird eine funktionelle Störung früh erkannt, können einfache kieferorthopädische Maßnahmen das Wachstum positiv beeinflussen. Herausnehmbare Apparaturen oder funktionskieferorthopädische Geräte unterstützen die richtige Zungenlage und fördern eine gesunde Kieferentwicklung.

Diese frühen Interventionen sind meist schonend und können spätere, umfangreichere Behandlungen deutlich reduzieren oder vermeiden.

Langfristige Folgen unbehandelter Mundatmung

Bleibt die Mundatmung unbehandelt, können sich Zahnfehlstellungen, Bissprobleme und funktionelle Einschränkungen verfestigen. Auch Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme oder eine erhöhte Infektanfälligkeit werden mit falscher Atmung in Verbindung gebracht.

Eine ganzheitliche Betrachtung der Atmung ist daher ein wichtiger Bestandteil moderner Kieferorthopädie.

Häufige Fragen zur Atmung und Kieferentwicklung

Ab welchem Alter sollte die Atmung überprüft werden?
Bereits im frühen Kindesalter, besonders bei Auffälligkeiten.

Kann Mundatmung wieder umgestellt werden?
Ja, mit gezielten Maßnahmen und Training.

Reicht eine Zahnspange allein aus?
Oft nicht, die Ursache der Mundatmung muss mitbehandelt werden.

Ist Nasenatmung auch für Erwachsene wichtig?
Ja, sie beeinflusst Funktion und Stabilität langfristig.

Fazit: Atmung als Basis gesunder Kieferentwicklung

Die Art der Atmung hat einen erheblichen Einfluss auf die Kieferentwicklung und Zahnstellung. Eine dauerhaft gestörte Nasenatmung kann Fehlentwicklungen begünstigen, die sich später nur schwer korrigieren lassen.

Eltern und Patientinnen und Patienten, die Auffälligkeiten in der Atmung oder Zahnstellung bemerken, erhalten bei
Dr. Barloi in Schloß Holte-Stukenbrock
kompetente Beratung, funktionelle Diagnostik und individuell abgestimmte Behandlungskonzepte für eine gesunde Kiefer- und Gebissentwicklung.