
Retainer – Wichtige Infos für Sie
13. Februar 2025
Die kieferorthopädische Behandlung ist für viele Menschen mit einer Zahnspange abgeschlossen – doch das ist nur die halbe Wahrheit. Ohne eine langfristige Stabilisierung kann es passieren, dass sich die Zähne wieder verschieben. Diese natürliche Rückkehr in die Ausgangsposition wird als Rezidiv bezeichnet und kann das hart erarbeitete Behandlungsergebnis zunichtemachen. Hier kommen Retainer ins Spiel. Sie sind speziell dafür entwickelt, die Zähne an ihrem neuen Platz zu halten und das erreichte Lächeln dauerhaft zu bewahren.
Warum sind Retainer notwendig?
Nach der Entfernung einer festen Zahnspange oder einer Aligner-Behandlung ist das Risiko einer Zahnverschiebung besonders hoch. Der Zahnhalteapparat muss sich an die neue Position der Zähne gewöhnen, was je nach individueller Ausgangslage Monate oder sogar Jahre dauern kann. Während dieser Phase sind Retainer entscheidend, um eine erneute Fehlstellung zu verhindern. Besonders im Frontzahnbereich, wo Verschiebungen häufig auftreten, sind sie eine wichtige Maßnahme, um ein erneutes kieferorthopädisches Eingreifen zu vermeiden.
Die Zähne sind durch Fasern im Kieferknochen verankert, die sich durch die Zahnbewegung während der Behandlung gedehnt haben. Wenn diese Fasern nicht ausreichend stabilisiert werden, können sie langsam die Zähne in ihre alte Position zurückziehen. Ein Retainer hält dem entgegen und sorgt dafür, dass sich die neue Zahnstellung festigt.
Welche Arten von Retainern gibt es?
Die Wahl des richtigen Retainers hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Ausgangszustand der Zähne, die durchgeführte Behandlung und die individuellen Vorlieben des Patienten. Grundsätzlich gibt es zwei Hauptarten von Retainern: feste und herausnehmbare.
Fester Retainer – Unsichtbare Sicherheit für dauerhaft gerade Zähne
Ein fester Retainer besteht aus einem dünnen Metallbogen, der auf der Innenseite der Frontzähne fixiert wird. Er ist für andere Menschen nicht sichtbar und bleibt dauerhaft im Mund. Besonders bei Patienten, die ein hohes Risiko für eine erneute Zahnverschiebung haben, ist diese Variante zu empfehlen.
Der große Vorteil eines festen Retainers liegt darin, dass er ohne aktives Zutun des Patienten wirkt. Anders als herausnehmbare Varianten kann er nicht vergessen werden und gewährleistet so eine durchgehende Stabilisierung. Gleichzeitig gibt es aber auch Herausforderungen: Feste Retainer erfordern eine sehr gründliche Zahnpflege, da sich an den Drähten Zahnbelag und Zahnstein ablagern können. Eine regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt ist notwendig, um sicherzustellen, dass keine Entzündungen entstehen.
Herausnehmbarer Retainer – Flexibilität mit Verantwortung
Herausnehmbare Retainer bestehen meist aus transparenten Kunststoffschienen, ähnlich wie Aligner. Sie werden vor allem nachts getragen und bieten eine gute Alternative für Patienten, die keinen permanenten Draht im Mund haben möchten.
Der größte Vorteil dieser Variante ist die einfache Reinigung und Pflege. Da der Retainer herausgenommen werden kann, gibt es keine Einschränkungen bei der Mundhygiene. Zudem sind herausnehmbare Retainer ideal für Patienten, die nach einer gewissen Zeit nur noch gelegentlich eine Stabilisierung benötigen. Allerdings gibt es auch Risiken: Wird der Retainer nicht regelmäßig getragen, kann es schnell zu Zahnverschiebungen kommen. Auch das Verlieren oder Beschädigen der Schiene ist eine häufige Problematik.
Wie lange sollte ein Retainer getragen werden?
Die empfohlene Tragezeit eines Retainers hängt von vielen Faktoren ab. In den ersten Monaten nach der kieferorthopädischen Behandlung ist die Zahnstellung besonders instabil, weshalb der Retainer konsequent getragen werden sollte. Während feste Retainer oft für viele Jahre im Mund bleiben, können herausnehmbare Retainer nach einiger Zeit nur noch gelegentlich genutzt werden.
Viele Experten empfehlen eine lebenslange Retention, um sicherzustellen, dass die Zähne dauerhaft gerade bleiben. Der Zahnhalteapparat verändert sich das ganze Leben über – selbst im Erwachsenenalter kann es ohne Stabilisierung zu ungewollten Zahnbewegungen kommen.
Pflege und Reinigung des Retainers
Damit ein Retainer seine Funktion optimal erfüllt, ist eine regelmäßige Pflege unerlässlich. Feste Retainer sollten mit speziellen Interdentalbürsten gereinigt werden, um Ablagerungen und Plaque zu entfernen. Zusätzlich kann die Verwendung von Zahnseide helfen, Zahnzwischenräume sauber zu halten.
Herausnehmbare Retainer sollten täglich mit einer Zahnbürste und milder Seife gereinigt werden. Spezielle Reinigungstabletten können ebenfalls verwendet werden, um Ablagerungen zu reduzieren und Bakterien abzutöten. Ein wichtiger Tipp: Niemals heißes Wasser zur Reinigung verwenden, da dies den Kunststoff verformen kann.
Kosten eines Retainers – Was zahlt die Krankenkasse?
Die Kosten für einen Retainer variieren je nach Modell und Zahnarztpraxis. Ein fester Retainer kostet in der Regel zwischen 200 und 500 Euro, während herausnehmbare Modelle zwischen 100 und 300 Euro kosten können.
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in den meisten Fällen die Kosten für Retainer nicht. Patienten sollten sich daher frühzeitig über die Finanzierung informieren. Eine private Zahnzusatzversicherung kann in vielen Fällen helfen, die Kosten teilweise oder vollständig zu übernehmen.
Fazit: Ein Retainer ist eine lohnende Investition
Der Retainer ist ein entscheidender Bestandteil der kieferorthopädischen Behandlung. Ohne ihn besteht ein hohes Risiko, dass sich die Zähne wieder verschieben und das Behandlungsergebnis verloren geht. Ob fester oder herausnehmbarer Retainer – beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, bieten jedoch eine langfristige Sicherung der Zahnstellung.
Ein gesunder Zahnhalteapparat benötigt Zeit, um sich an die neue Zahnposition anzupassen. Deshalb ist es wichtig, den Retainer konsequent zu tragen und die Zahnpflege nicht zu vernachlässigen. Wer diesen kleinen, aber wichtigen Schritt nicht übersieht, kann sich ein Leben lang an seinem perfekten Lächeln erfreuen.