
Zahnengstand bei Erwachsenen – Das können Sie tun
13. Februar 2025
Ein harmonisches Lächeln ist für viele Menschen ein wichtiges ästhetisches Merkmal. Doch nicht immer stehen die Zähne von Natur aus perfekt ausgerichtet. Besonders Zahnengstand kann im Laufe des Lebens entstehen oder sich verstärken. Wer als Erwachsener mit engstehenden Zähnen zu kämpfen hat, sollte sich mit den Ursachen, möglichen Folgen und effektiven Behandlungsmaßnahmen auseinandersetzen.
Warum kommt es zu Zahnengstand im Erwachsenenalter?
Zahnengstand kann genetische Ursachen haben, wenn der Kiefer zu schmal für die Anzahl und Größe der Zähne ist. Doch auch wenn die Zähne im Kindesalter noch gerade standen, bedeutet das nicht, dass dies dauerhaft so bleibt. Der natürliche Alterungsprozess spielt eine entscheidende Rolle. Die Zähne bewegen sich im Laufe der Jahre minimal, doch diese Veränderungen können ausreichen, um sie dichter zusammenrücken zu lassen. Besonders im Unterkiefer treten häufig Engstände auf.
Auch äußere Einflüsse können Zahnengstand verstärken. Zahnverlust etwa kann dazu führen, dass sich die benachbarten Zähne in die entstandene Lücke bewegen, wodurch der vorhandene Platz im Gebiss verringert wird. Weisheitszähne, die keinen ausreichenden Platz im Kiefer haben, können einen Druck auf die angrenzenden Zähne ausüben und diese verschieben. Schlechte Angewohnheiten wie Nägelkauen, einseitiges Kauen oder Zähneknirschen in der Nacht können langfristig die Zahnstellung beeinflussen.
Welche Probleme können durch Zahnengstand entstehen?
Zahnengstand ist nicht nur ein optisches Problem, sondern kann auch die Mundgesundheit erheblich beeinträchtigen. Eng stehende Zähne sind schwerer zu reinigen, da herkömmliche Zahnbürsten nicht in alle Zwischenräume gelangen. Dadurch sammeln sich Speisereste und Bakterien an, was zu Plaque-Bildung, Zahnstein und schließlich zu Karies oder Zahnfleischerkrankungen führen kann. Die Wahrscheinlichkeit für Parodontitis steigt, wenn Zahnengstand unbehandelt bleibt, da sich Bakterien leicht vermehren und das Zahnfleisch entzünden können.
Neben der Mundgesundheit kann auch die Kaufunktion beeinträchtigt sein. Wenn die Zähne nicht optimal aufeinandertreffen, kann dies zu einer ungleichmäßigen Belastung der Kiefergelenke führen. Die Folge sind Verspannungen, Kopfschmerzen oder Beschwerden in der Nacken- und Rückenmuskulatur. Manche Menschen bemerken sogar Veränderungen in ihrer Sprachweise, da die Zähne die Zungenbewegungen beeinflussen können.
Nicht zuletzt hat Zahnengstand eine psychologische Komponente. Wer mit seinem Lächeln unzufrieden ist, vermeidet es oft, frei zu sprechen oder zu lachen. Das kann sich auf das Selbstbewusstsein und das soziale Leben auswirken.
Welche Behandlungsoptionen gibt es?
Glücklicherweise gibt es zahlreiche Methoden, um Zahnengstand zu korrigieren. Die passende Behandlung hängt vom individuellen Ausgangszustand ab.
Aligner – Unsichtbare Zahnkorrektur für Erwachsene
Viele Erwachsene wünschen sich eine unauffällige Methode zur Korrektur ihrer Zahnfehlstellung. Hier bieten sich Aligner als moderne Lösung an. Die durchsichtigen Zahnschienen sind kaum sichtbar und lassen sich zum Essen und zur Zahnpflege herausnehmen. Sie üben sanften Druck auf die Zähne aus und bewegen sie über mehrere Monate hinweg schrittweise in die gewünschte Position.
Aligner eignen sich besonders für leichte bis mittelschwere Fehlstellungen und sind eine bequeme Alternative zur festen Zahnspange. Sie werden individuell für jeden Patienten angefertigt, wobei regelmäßig neue Schienen eingesetzt werden, um die Zahnbewegung kontinuierlich voranzutreiben. Wer diszipliniert ist und die Aligner täglich mindestens 20 bis 22 Stunden trägt, kann innerhalb von sechs bis zwölf Monaten deutliche Verbesserungen erzielen.
Feste Zahnspange – Die klassische Methode für stärkere Engstände
Für ausgeprägteren Zahnengstand kann eine feste Zahnspange erforderlich sein. Hierbei werden Brackets auf den Zähnen befestigt, die mit Drahtbögen verbunden sind. Der kontinuierliche Druck bewegt die Zähne gezielt in die richtige Position. Moderne Varianten wie selbstligierende Brackets reduzieren die Reibung und sorgen für eine angenehmere Behandlung. Wer sich um die Optik sorgt, kann auf Keramikbrackets zurückgreifen, die sich farblich an den Zähnen orientieren und weniger auffallen als klassische Metallbrackets.
Die Behandlungsdauer mit festen Zahnspangen hängt von der Ausgangssituation ab, beträgt aber in der Regel ein bis zwei Jahre. Wer sich für diese Methode entscheidet, sollte darauf achten, seine Zähne besonders gründlich zu pflegen, um Zahnbelag rund um die Brackets zu vermeiden.
Zahnextraktion – Eine Lösung bei extremem Platzmangel
In seltenen Fällen kann es notwendig sein, einen Zahn zu entfernen, um Platz für eine optimale Zahnstellung zu schaffen. Dies wird meist bei sehr starkem Engstand durchgeführt, wenn andere Methoden nicht ausreichen. Die Extraktion erfolgt in der Regel an nicht sichtbaren Stellen, etwa im hinteren Zahnbereich, sodass das ästhetische Gesamtbild nicht beeinträchtigt wird.
Nach der Entfernung eines Zahns kann mithilfe einer kieferorthopädischen Behandlung der neu geschaffene Platz optimal genutzt werden, um die restlichen Zähne in eine harmonische Stellung zu bringen.
Wie kann man Zahnengstand vorbeugen?
Zahnengstand lässt sich nicht immer vollständig vermeiden, doch es gibt einige Maßnahmen, um das Risiko zu verringern. Wer regelmäßig den Zahnarzt aufsucht, kann frühzeitig erkennen lassen, ob eine Behandlung erforderlich ist. Falls Weisheitszähne den vorhandenen Platz im Kiefer beeinflussen, kann deren Entfernung sinnvoll sein, bevor sie andere Zähne verschieben.
Nach einer Zahnkorrektur ist es wichtig, Retainer zu tragen, um das Ergebnis langfristig zu stabilisieren. Retainer sind dünne Drähte oder herausnehmbare Schienen, die verhindern, dass sich die Zähne wieder in ihre ursprüngliche Position bewegen. Wer darauf verzichtet, riskiert, dass sich der Zahnengstand erneut entwickelt.
Zusätzlich hilft eine konsequente Zahnpflege dabei, Zahnverschiebungen durch Entzündungen oder Zahnverlust zu vermeiden. Besonders Zahnseide und Interdentalbürsten sind essenziell, um Ablagerungen in schwer zugänglichen Bereichen zu entfernen.
Fazit: Zahnengstand muss kein dauerhaftes Problem sein
Zahnengstand kann nicht nur die Ästhetik, sondern auch die Zahngesundheit und das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen. Doch dank moderner kieferorthopädischer Methoden gibt es heute zahlreiche Möglichkeiten, um Engstände effektiv zu korrigieren. Aligner bieten eine diskrete Lösung für leichtere Fälle, während feste Zahnspangen stärkere Fehlstellungen präzise korrigieren. In manchen Fällen kann eine Zahnextraktion notwendig sein, um Platz zu schaffen.
Wer frühzeitig handelt und sich professionell beraten lässt, kann seine Zahnstellung langfristig optimieren und sich über ein gesundes, schönes Lächeln freuen. Mit der richtigen Pflege und der konsequenten Nutzung eines Retainers bleibt das Behandlungsergebnis dauerhaft erhalten.