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Zungenfehlfunktion: Was die Zunge mit Zähnen und Kiefer macht
18. August 2026Die Zunge arbeitet rund um die Uhr. Sie hilft beim Schlucken, beim Sprechen, beim Kauen. Und genau deshalb kann eine Zungenfehlfunktion so viel Schaden anrichten, wenn sie über Jahre unbemerkt bleibt. Nicht dramatisch auf einmal, sondern Schritt für Schritt.
Wir beobachten das in unserer Praxis regelmäßig: Patienten kommen mit einer Zahnfehlstellung oder einem offenen Biss, und die eigentliche Ursache liegt in einem falschen Schluckmuster oder einer dauerhaft falschen Zungenruhelage. Das ist kein seltenes Problem, es betrifft Kinder genauso wie Erwachsene.
Woran erkennt man eine Zungenfehlfunktion?
Typisch ist das sogenannte anteriore Zungenpressen: Beim Schlucken schiebt die Zunge gegen die Schneidezähne oder drückt zwischen die Zahnreihen. Wer das täglich tausende Male tut, was beim normalen Schlucken so passiert, erzeugt einen kontinuierlichen Druck, den selbst Zahnspangen irgendwann nicht mehr vollständig ausgleichen können.
Andere Zeichen sind ein dauerhaft offener Mund in Ruhe, eine Zunge, die nicht am Gaumen liegt, oder ein undeutliches Sprechen bestimmter Laute. Beim Lispeln beispielsweise kommt die Zunge häufig zu weit nach vorne.
Warum das bei Kindern besonders früh auffallen sollte
Gerade bei Kindern ist die Kieferentwicklung noch im Gange. Drückt die Zunge dauerhaft falsch, kann das die Form des Oberkiefers und die Zahnstellung direkt beeinflussen. Ein zu enger Gaumen, ein offener Biss im Frontzahnbereich oder ein Rückbiss können damit zusammenhängen. Früh erkannt lässt sich hier kieferorthopädisch und funktionell deutlich mehr erreichen als später.
Was passiert, wenn eine Zungenfehlfunktion unbehandelt bleibt?
Die kurze Antwort: Die Fehlstellung verschlechtert sich, oder eine korrigierte Zahnstellung kehrt zurück. Letzteres ist ein klassisches Rückfallmuster nach der Zahnspangenbehandlung. Der Retainer hält die Zähne, aber die Zunge drückt weiter. Kein Retainer der Welt kann diesen Druck auf Dauer kompensieren.
Dazu kommen mögliche Auswirkungen auf die Aussprache, das Schluckmuster und, in manchen Fällen, auf die Kiefergelenke. Wenn Kauen, Schlucken und Sprechen dauerhaft nicht rund laufen, leidet das gesamte orofaziale System darunter.
Was kieferorthopädisch und logopädisch möglich ist
Wir arbeiten bei Zungenfehlfunktionen nicht isoliert. Kieferorthopädie kann Platz schaffen und Fehlstellungen korrigieren, aber die Zunge muss neu lernen, wie sie sich richtig verhält. Das ist Aufgabe der Logopädie. Eine myofunktionelle Therapie trainiert die Zungen- und Mundmuskulatur gezielt, sodass das korrekte Schluckmuster und die richtige Zungenruhelage langfristig zur Gewohnheit werden.
In vielen Fällen empfehlen wir daher ein abgestimmtes Vorgehen: Kieferorthopädie und logopädische Begleitung greifen ineinander. Das erhöht die Stabilität des Behandlungsergebnisses deutlich.
Wann sollte man zur Abklärung gehen?
Wenn du bei deinem Kind beobachtest, dass es dauerhaft mit offenem Mund sitzt, beim Schlucken die Zunge sichtbar zwischen die Zähne schiebt, lispelt oder die Zähne trotz abgeschlossener Behandlung wieder auseinanderwandern, dann ist eine Abklärung sinnvoll. Auch Erwachsene kommen mit genau diesen Mustern zu uns, und auch dann lohnt sich eine genaue Diagnose.
Bei uns in der Praxis schauen wir bei der Erstuntersuchung nicht nur auf Zähne und Kiefer, sondern auch auf die Funktionen dahinter. Dazu gehört auch die Frage, wie die Zunge liegt, wie geschluckt wird und ob die Lippen- und Zungenmuskulatur ausreichend trainiert ist.
Wenn du Fragen hast oder einen ersten Termin zur Untersuchung vereinbaren möchtest, erreichst du uns in Schloß Holte-Stukenbrock unter 05207 9577990 oder in Herford unter 05221 3422280. Mehr zu unserem Team und unserer Praxis findest du auf unserer Kontakt-Seite.
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